1.10.1999 - 30.1.2000

Wettbewerb der Moderne

Mit seltener Konsequenz hat sich das Leipziger Kunstgewerbemuseum insbesondere seit 1920 dem zeitgenössischen Kunsthandwerk und der künstlerisch relevanten Industrieproduktion zugewandt. In jenem Jahr fand parallel zur Leipziger Mustermesse die erste der jurierten Verkaufsausstellungen statt, die als Grassimessen in die Geschichte eingingen und den Namen des Hauses weithin zu einem Synonym für künstlerischen Qualitätsanspruch machten. Ihren Höhepunkt erreichten die Grassimessen, bei denen kein Kunsthandwerker von Rang und Namen fehlte, um 1930. Nach der kriegsbedingten Einstellung versuchte mann ab 1949 eine Wiederbelebung der großartigen Tradition. Die Bemühungen scheiterten jedoch schon bald an den damaligen politischen Gegebenheiten. 1956 ging die ehemals qualitätsjurierte Messe an das vornehmlich kommerziell arbeitende Messeamt über.
Unsere Retrospektive präsentiert ausgewählte Objekte, darunter zahlreiche private Leihgaben, die auf den historischen Grassimessen zu sehen waren und bis heute Qualitätsmaßstäbe setzen.

Es erscheint eine zweibändige Dokumentation über die 125jährige Museumsgeschichte, die u.a. auch sämtliche Messeaussteller verzeichnet.

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