
1997 wurde die Idee der Grassimesse wieder aufgenommen. Dem Konzept der historischen Messen folgend, zeichnen sich auch die heutigen Verkaufsausstellungen für Kunsthandwerk und Design durch ihren hohen Qualitätsanspruch aus, der durch Jurierung der teilnehmer gewährleistet wird. Dabei verstehen sich die Grassimessen, die einmal jährlich von unserem Museum, mit Unterstützung seines Freundes- und Förderkreises organisiert werden, als Podium qualitätsorientierter künstlerischer Begegnungen. Ziel ist es dabei, in allen Sparten des Kunsthandwerks und Designs die gegenwärtigen Entwicklungen des zeitgenössischen Kunsthandwerks und Designs zu reflektieren und vor dem Hintergrund bewährter Leistungen neue Entwicklungswege zu befördern. Das Experiment ist daher ebenso gefragt wie die bewährte künstlerische Leistung. Gerade im Jubiläumsjahr ermöglicht die Parallelität der Ausstellung "Wettbewerb der Moderne". Die Grassimessen 1920-1956" und der "Grassimesse ´99" einen spannenden Vergleich historischer und zeitgenössischer Arbeiten.
In diesem Jahr haben sich rund 300 Kunsthandwerker und Designer aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland um die Teilnahme an der 3. neuen Grassimesse beworben. Da nicht nur die Zahl der Bewerbungen, sondern vielmehr noch die Qualität der Einsendungen in hohem Maße gestiegen war, haben wir uns entschlossen, die Teilnehmerzahl von 50 auf 83 zu erhöhen. Möglich wurde dies, weil im Zuge der Baumaßnahmen für die Rekonstruktion des Grassimuseums ein weiterer Ausstellungsraum provisorisch nutzbar gemacht werden konnte. Dennoch mußten auch in diesem Jahr aus Platzgründen viele gute und interessante Bewerber abgewiesen werden, darunter auch Teilnehmer der letzten beiden Messen. Ein Schwerpunkt der Messe ist wieder der Schmuckbereich. Erfreulich stark ist auch das Gebiet der Keramik vertreten, wie auch der Mode- und Textilsektor. Der neu hinzugewonnene Raum macht es auch möglich, in stärkerem Maße interessante Möbel zu zeigen. Es ist Programm der Grassimesse, die gesamte Bandbreite vom zeitgenössischen Design über das traditionelle Kunsthandwerk bis zum künstlerisch objekthaften Stück vorzustellen. Und so reicht in diesem Jahr das Angebot von Paravents aus bemaltem Leinen oder Möbeln aus alten Hölzern, von Schmuck aus Edelmetall oder getrockneten Bohnen, vom traditionellen Leinengewebe bis zu Wandobjekten aus verwebten Blechdosenstreifen und vom Gebrauchsgeschirr bis zum Keramikobjekt. Breitgefächert wie die Objekte, sind auch die Preise, so daß sich Wünsche mit kleinen und großen Geldbeuteln erfüllen lassen.
Besonders glücklich sind wir, daß in diesem Jahr neben dem bereits zum dritten Mal vergebenen "Grassipreis der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung" (6.000 DM) mit dem "Grassipreis der Sparkasse Leipzig" und dem "Richard Graul Preis" (jeweils mit 3.000 DM dotiert) zwei weitere, neugestiftete Preise zur Verfügung stehen, deren Vergabe angesichts der Qualität der gezeigten Objekte nicht einfach werden wird.
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