Kunst im Außenbereich
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Installation „Tableau/Speicher“
Installation „Tableau/Speicher“
Olaf Nicolai, Leipzig, 1992
Rochlitzer Porphyrtuff
Schenkung des Künstlers, 1994

Standort: Ehrenhof

Der 1962 geborene Künstler Olaf Nicolai füllt mit seinen Text-Installationen Räume, die bereits Geschichten und Aussagen in sich tragen, mit neuen Inhalten. Arbeit und Ort ihrer Installation bilden somit einen notwendigen Zusammenhang, der hier durch die Verwendung des roten Porphyrtuffs verdeutlicht wird. Mit der Idee des Speichers beschäftigte sich der Künstler in den 1990er Jahren. Das Museum versteht er als Speicher der Kunst und geschichtlicher Artefakte. Dieser Inhalt erfährt eine besondere Erweiterung, da das Museumsgebäude auf dem Gelände des Johannisfriedhofes errichtet wurde, dem städtischen „Speicher“ für die Toten.

Inschrift:
        VISION

PROGRAMM    GEBOT

GABE             EMPFANG

TABU              ZUCHT

SAMMLUNG     DEPOT

Bild 1

Sinnende
Contemplating woman
Alfred Thiele, Leipzig, 1929
Zementguss

Standort: Durchgang zum Alten Johannisfriedhof

 

Alfred Thiele (1886–1957) unterrichtete ab 1921 und leitete später bis zu seiner Pensionierung die Klasse für Bildhauerei an der Leipziger Kunstgewerbeschule. Die Skulptur „Sinnende“ schuf er für die Große Ruhrländische Gartenbauausstellung. Bis 2005 befand sie sich auf einer über drei Meter hohen Backsteinsäule in der Nähe des Elefantenhauses im Leipziger Zoo, der sie 1933 vom Künstler erwarb.

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Engel (Schildhalterfigur)
Fragment eines Schlusssteines am Laubengang des Alten Leipziger Rathauses, Grimmaische Straße/Naschmarkt
Angel, supporter,
Headstone fragment from the arcade of the Old Townhall in Leipzig
Anton Pruska, Leipzig, um 1909
Rochlitzer Porphyrtuff

Standort: Rehgarten

Anton Pruska (1846–1930) unterrichtete seit 1895 die Klasse für Dekorative Plastik an der Kunstgewerbeschule in München. Er übernahm zahlreiche Aufträge für den Umbau des Innen- und Außenbereiches des Alten Leipziger Rathauses (1906–1909). Die Engelsbüste stellt den oberen Teil eines Schlusssteines dar. Der Engel fungierte als Schildhalter und hielt ursprünglich ein Wappen mit einem Lindenzweig. Dieser nahm auf die erste Erwähnung der Stadt Leipzig durch Bischof Thietmar von Merseburg 1015/17 als „urbs Libzi“ (Ort, an dem Linden wachsen) Bezug.  

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Sitznischenportal
Portal
Leipzig, 1668
Rochlitzer Porphyrtuff

Standort: Bibliotheksbau des Museums für Völkerkunde zu Leipzig, nördlich der Eingangsarkaden des Museumsbaus

Das Portal befand sich ursprünglich, nicht weit von seinem jetzigen Anbringungsort, im Hof des Leipziger Johannishospitals, das auf dem Gelände des GRASSI Museums stand. Die Inschrift M(emoriae) S(acrum) – dem Andenken geweiht – ehrte die Hospitalvorsteher Ulrich Welsch und Johann Seidel (1558-1667). Eine verloren gegangene ehemals über dem Portal angebrachte Inschrifttafel, ebenfalls aus dem Jahr 1668, verdeutlichte diesen Zusammenhang. Die Holztür wurde während des Einbaus des Portals in das GRASSI Museum 1928/29 eingefügt.

Bild 3

Grabplatte für Christian Fürchtegott und Friedrich Leberecht Gellert
Gravestone for Christian Fürchtegott and Friedrich Leberecht Gellert
Sachsen, 1769
Buntsandstein

 

Standort: Ehrenhof, Bibliotheksbau des Museums für Angewandte Kunst

Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769), Professor für Philosophie an der Universität Leipzig, wurde während der Zeit der Aufklärung als Dichter von Fabeln vor allem moralischer Natur bekannt. Ursprünglich bedeckte die seit 2009 hier angebrachte Grabplatte das Grab des Gelehrten und seines Bruders, Oberpostkommissar Friedrich Leberecht (1711–1770), auf dem Alten Johannisfriedhof. Im unteren Bereich schmückte vermutlich ein Medaillon mit dem Profil Christian Gellerts die Grabplatte. Sie trägt die Inschrift:

HIER RVHEN
CHRISTIAN FÜRCHTEGOTT
GELLERT
PROFESSOR DER PHILOSOPHIE
GEB. D. 4. IVL. 1715.
GEST. D. 13. DEC. 1769.
VND
DESSEN BRVDER
FRIEDRICH LEBERECHT
GELLERT
OBERPOSTCOMMISARIVS
GEB. D. 11. NOV. 1711.
GEST. D. 8. IAN. 1770.

Nach der Umbettung der Gebeine der Brüder im Jahr 1900 in einen Steinsarkophag, der gemeinsam mit dem Sarkophag Johann Sebastian Bachs in einer Gruft unterhalb des Altars der Johanniskirche aufgestellt wurde, war die Grabplatte in der nördlichen Mauer des Johannishospitals eingelassen. Nachdem der Sarkophag 1949 in die Universitätskirche St. Pauli überführt wurde, fanden die Gebrüder Gellert im Jahr 1968 ihre letzte Ruhestätte auf dem Leipziger Südfriedhof. Eine schlichte Granitplatte, die von 2000–2009 mit der originalen Platte ausgetauscht wurde, bedeckt nun dieses Grab.

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Freundschaftsdenkmal
Friendshipmemorial
Sachsen, 1783
Kalkstein, Marmor
Schenkung der Familie von Holleufer-Kypke, 2007
Ehemals im Park von Schloss Wiederau bei Pegau

Standort: Ehrenhof

Die mit Lorbeergirlanden geschmückte Säulentrommel wird von einem stilisierten Kapitel sowie der Basis einer kannelierten Säule eingefasst und trägt die Inschrift:

DANKBARKEIT UND FREUNDSCHAFT HEILIGEN DIESES DENKMAL 1783.

Das Freundschaftsdenkmal stammt aus dem Garten des 1705 errichteten Barockschlosses Wiederau bei Pegau, das von 1753–1798 im Besitz des Ehepaares Gottlob Erich und Christiane Sophie von Berlepsch war. Es kann als öffentliche Verlautbarung einer persönlichen Bindung interpretiert werden, die Ende des 18. Jahrhunderts vor allem in der Malerei in Form von Freundschaftsbildnissen Ausdruck fand.

Bild 3

Grabdenkmal der Familie Crusius
Memorial for family Crusius
Sachsen, um 1770 (?)
Buntsandstein

Standort: Mittelhof

 

Siegfried Leberecht Crusius (1738–1824) erlangte vor allem als Herausgeber pädagogischer Schriften sowie von Kinder- und Jugendliteratur Bekanntheit. Der Verleger widmete dieses Grabdenkmal seinen Familienangehörigen, deren Namen umlaufend im Stein verewigt wurden. Es befindet sich nahezu an seiner ursprünglichen Stelle in der ehemals Ersten Friedhofsabteilung auf dem Alten Johannisfriedhof, die vom heutigen Museumsbau bedeckt bzw. umschlossen wird.

Inschrift:
Vorderseite: S[EINEN] GELIEB[T]EN [ENT]SCHLAFENEN G[E]WIDM[ET] VO[N] SIEGFRIED LEBRECHT CRUSIUS ERB LEHN UND GERICHTSHERR AUF SAHLIS UND KOHREN AUCH B[Ü]RG[E]R UND BUCHHAENDLER ZU LEIPZIG GEB. ZU LANGENHESSEN D: 16. IUNII. 1738. G[ES]T. ZU L(EI)PZ(IG) D: 1. OCT. 1824

REGINA H[E]NRIETTA CRUSIUS GEBOHRNE [R]AESIN DESSEN ERSTE G[A]TTI[N] GEB. ZU LEIPZ. D: 5. AUG. 1745. GE[ST.] D: 10. [DE]C. 17[7]2.

GEORGE SIEGFR[IED LE]B[RECHT] CRUSIUS EIN MIT IHR [E]R[ZEUGTER SOH]N GEB. D: 21. MA[Y] 17[69 GEST. D: 31. DEC. 1772]

Rechts: [CARL LE]BR[ECHT CRUSIUS] DESSEN IÜNGS[TER B]RUD[ER] GEB. ZU LANGENHESSEN BEY ZWICKAU D: 9. MAY. 1740 GEST. ZU LEIPZ. D: 10. FEBR. 1779

GEORGE FRIE[DR.] LEBR(ECHT) CRUSIUS AELTESTER SOH[N] SEINER ZWOTEN EH[E GEB.] D: 13. MA[Y] 1785 GEST. D: 21. DECBR. [1787]

MARIA LOUISA PLOSS SEINER ZWOTEN GATTIN SCHWESTER GEB. ZU KIRCHHEIM UNT[ER TECK] D: 15. NOVBR. 1770 GEST. U[N]VEREHELICHT ZU [LEIPZIG D:] 6. DECBR. 1788.

REGINA [ELI]SAB. CRUSIUS GEBOH[RNE] CONRADI SEINE [MUT]TER GEB. ZU REICHENB[ACH IM] VOIGTLANDE [D: 29. DEC. 1706 GEST. ZU LEIPZIG D: 30. MÄRZ 1789]“

Links: IOH(ANNA) CHAROL. REGIN[A] WI[LHE]LMI GEBOHRNE CRUSIUS [T]OCHTER SEINER ZWOTEN [EHE GEB. D: 10. DEC. 1782 GEST. D: 23. OCT. 1810]

IUL(IANA) [CHARL](OTTE) CR[USIUS] GEB. HILLIG DESSEN [SCHWIEGE]RTOCHTER [GEB. D: 5. NOV. 1789 GEST. D: 13. MAE]RZ [1816]

DOROTHEE CHARLOTTE CRUSIUS [GEB. PL]OSS [GEB. ZU KIRCHHEIM D: 14. JUNI 1760 GEST. ZU LEIPZIG D: 21. MAI 1836

CHRISTIAN FRIEDRICH ERNST WILHELMI GEB. ZU OBERWILLINGEN D: 23. OCT. 1773 GEST. ZU REUDNITZ D: 28. AUG. 1838]

ANNA ELISE CRUSIUS GEB. D: 13. NOVEMBER 1840 GEST. D: 6. FEBRUAR 1842.

Rückseite: [MAR]G[ARETHE] D[O]R(OTHEA) [P]LOSS G[EB]O[HRNE] H[OF]M[A]NN MUTTER [SE]INE[R Z]WOTEN [GA]TTI[N GEB.] Z[U KIRCHH]EIM UNTER TECK D: [25. IU]NII 1731 [GEST. ZU LEIPZ]IG D: 23. DEC. 1801.

G[OTT]L[IE]B LEBR(ECHT) CRUSIUS [SEIN] A[E]LT[ES]TER BRUDER GE[B. ZU] S[TE]I[NP]L[EIS]S IM VOIGTLANDE D: [22.] SE[P]TBR. 1730 G[EST. ZU LEI]PZ[I]G D: 3. MÄRZ 1804.

FRIE[DRICH SIE]GMUND LEBR. C[R]USIUS S[EIN ZWO]TER SOHN Z[WOTE]R EHE GEB. [D:] 9. IU[LI 17]8[7 GE]ST. D: 23. DEC. 1805.

Bild 1

Denkmal für Carl Friedrich Friccius
Monument for Carl Friedrich Friccius
Entwurf: Gustav Müller, Leipzig
Ausführung: Ernst Julius Einsiedel, Leipzig, 1863
Rochlitzer Porphyrtuff, Postelwitzer Sandstein, Bronze, Eisen

Standort: Nordseite des Museumsbaus, Täubchenweg

Während der Befreiungskriege drang der Rechtsgelehrte Carl Friedrich Friccius (1779–1856) als Major und Kommandeur der Ostpreußischen Landwehr am 19. Oktober 1813 durch das Grimmaische Tor in die Stadt Leipzig ein. Unter dem von Hermann Schievelbein (1817–1867) modellierten bronzenen Porträt-Medaillon Friccius’, das die Stadt Berlin 1865 stiftete, erinnert eine Inschrift an die Erstürmung:

HIER ERSTÜRMTE DIE KÖNIGSBERGER LANDWEHR UNTER FÜHRUNG DES MAJOR FRICCIUS AM 19. OCTOBER 1813 DAS ÄUSSERE GRIMMAISCHE THOR.

Auf der Rückseite weist eine Inschrift in einem Eichenlaubkranz ebenfalls auf die Erstürmung sowie die Entstehung des Denkmals hin:

DEN 19. OCTOBER 1813. DEN 19. OCTOBER 1863.

Das von der Stadt Leipzig anlässlich des 50. Jahrestages gestiftete Denkmal befand sich ursprünglich am Übergang der Dresdner Straße zum Johannisplatz, der Stelle des ehemaligen Grimmaischen Tores. 1927 wurde es an die Nordseite des GRASSI Museums versetzt. Die Bekrönung aus Eisenguss stellt ein Mörserwurfgeschoss umgeben von Kanonenkugeln dar.

Bild 3

Sinnendes Mädchen
Meditative girl
Ernst Richard Otto, Potsdam, 1905
Marmor
Leihgabe der Bunderepublik Deutschland

 

 

 

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