13.01.2018 - 13.05.2018
VIRTUOSE IM KLEINFORMAT.

Schmuck und Kleinplastik von Erich Lenné (1893 - 1987)

Kurz:

Der gelernte Stahlgraveur und Silberschmied Erich Lenné (1893-1987) war Schüler und später Mitarbeiter an der Hagener Silberschmiede, bevor er 1919 Leiter der Werkstatt für Metallverarbeitung an der Burg Giebichenstein wurde. Ab 1922 war er freischaffend in Halle/S. tätig und siedelte 1962 nach Wernigerode um. Bekannt ist Erich Lenné vor allem durch seine Verdienste bei der Wiederentdeckung der Granulation, einer fast vergessenen antiken Goldschmiedetechnik. Die präsentierte Auswahl stammt aus Schenkungen der Tochter Dari Groß und des Verbands Bildender Künstler Sachsen-Anhalt e.V.

Lang:

Erich Lenné wurde 1893 in Iserlohn geboren. Nach einer Lehre als Stahlgraveur war er von 1911 bis 1914 Schüler an der Hagener Silberschmiede und später selbst dort lehrend. Die Hagener Silberschmiede war dem Folkwang- Museum in Hagen angeschlossen, wo Karl Ernst Osthaus als Kunstmäzen und Visionär zwischen 1900 und 1921 wirkte und zum Zentrum einer europaweit beachteten Reformbewegung machte. In der Kunstgeschichte als „Hagener Impuls“ bezeichnet, beschreibt sie die Kraft der innovativen Strömungen die in jener Zeit von Hagen ausgingen und die große Anziehungskraft auf eine junge Künstler-und Architektenavantgarde ausübte, die auch den jungen Erich Lenné erfasste. Nach Ende des ersten Weltkrieges berief in Paul Thiersch an die neugegründete Handwerker- und Kunstgewerbeschule Halle, die er schon 1922 verließ um sich zusammen mit seiner Frau, der Emailkünstlerin Elsbeth Lenné, in Halle freischaffend niederzulassen.  Bis 1962 führte das Paar seine gemeinsame Werkstatt, bevor es nach Wernigerode umsiedelte, wo Erich Lenné  bis ins hohe Alter arbeitete.
Erich Lenné hat sich seit den frühen 1950er Jahren auf die Spur der antiken Granulationstechnik begeben, eine Goldschmiedetechnik, bei der kleinste Goldkügelchen zu einem Ornament oder zu einer Fläche gelegt und dann auf einem Goldgrund so aufgelötet werden, dass sie nur an ihren jeweiligen Berührungspunkten miteinander verbunden sind. Licht und Schatten erzeugen so eine stark plastische Wirkung.

Die gezeigten Arbeiten sind mit wenigen Ausnahmen Schenkung der Tochter Dari Groß (geb. Lenné) aus dem Jahr 2016. Die fünf zusätzlichen Exponate stammen aus einer 2017 erfolgten Schenkung aus dem Kunstbestand des Berufsverbandes Bildender Künstler Sachsen-Anhalt e.V.