10.01. - 26.03.2017
VORSICHT BISSIG!
Ein großer Zeichner wird 150

Die Ausstellung widmet sich dem in Leipzig geborenen Karikaturisten, Buchgestalter, Gebrauchsgrafiker Thomas Theodor Heine (1867 – 1948), der auch als Maler und Schriftsteller tätig. Präsentiert wird eine Auswahl seiner Arbeiten in den Vitrinen im Foyer des Museums.
Heines zeichnerische Begabung offenbarte sich früh und führte nach Veröffentlichung von Karikaturen zum Verweis von der Leipziger Thomasschule. Ausgebildet an den Akademien in Düsseldorf und München war Heine als Zeichner für Unterhaltungsblätter und als Landschaftsmaler tätig. Er war einer der Gründer des satirischen Blattes Simplicissimus, das er zwischen 1896 und 1933 wesentlich mitprägte, das aber vor allem durch die von ihm gezeichnete rote Bulldogge als Logo in Erinnerung geblieben ist. Seine Tätigkeit für den Simplicissimus brachte ihm 1898 eine Gefängnisstrafe wegen Majestätsbeleidigung ein  – er hatte die Orientpolitik des Kaisers aufs Korn genommen. Eine Begnadigung durch den sächsischen König milderte seine Strafe zu Festungshaft auf dem Königstein ab.
Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kommen, steht der deutsche Jude Heine als ihr langjähriger Kritiker und Verächter an prominenter Stelle auf den Verhaftungslisten. Nach Versteck und Flucht gelangt Heine nach Norwegen, nach der Okkupation Norwegens durch deutsche Truppen bringen ihn Freunde nach Schweden, das ihm seine Staatsangehörigkeit verleiht und dessen Nationalmuseum zum 80. Geburtstag eine große Retrospektive veranstaltet. Sein 150. Geburtstag ist der Anlass, seine Kunst wiederzuentdecken.