Barock
Kanzel aus Velsen-Driehuis

Raum 12

Ausgelöst durch die Reformation erlangte in allen christlichen Konfessionen innerhalb des Gottesdienstes die Predigt, die Auslegung des Wortes Gottes durch den Priester, einen höheren Stellenwert. Als eine der Folgen dieser Neuerung errichtete man ab dem 17. Jahrhundert in vielen Kirchen prächtige Kanzeln. Der besseren Akustik wegen wurden sie meist über den Köpfen der Gemeinde angebracht und mit einem Schalldeckel versehen.
 
Die Kanzel aus der katholischen Kirche St. Engelmundus aus Velsen-Driehuis bei Harlem in Nordholland ist ein Beispiel für diesen Typus.
Trotz dieser Liturgieveränderung blieb der Altar auch weiterhin zentraler Ort im Gottesdienst. Die protestantische Kirche lehnte den Prunk der katholischen Messe ab.
 
Die kostbaren textilen Antependien an der Vorderseite des Altartischs wurden durch einfache Behänge ersetzt und statt einer farbenprächtigen Kasel trug der Pfarrer den schwarzen Talar. Auf dem Altar standen die für die Liturgie benötigten Geräte – das Kruzifix, Kelch, Patene (Hostienteller) und Leuchter.
Reliquien von Heiligen wurden in prunkvollen Schaugefäßen (Ostensorien), ähnlich den Hostienmonstranzen, aufbewahrt und präsentiert.

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