Klassizismus Piranesi
Raum 24

Dieser Raum ist dem Malerradierer, Architekten und Archäologen Giovanni
Battista Piranesi (1720–1778) gewidmet. Sein druckgrafisches Werk ist nahezu komplett in unserer Sammlung vorhanden.
 
Darin spiegelt sich Piranesis Auseinandersetzung mit der Stadt Rom, ihren antiken Überresten und urbanen Strukturen. Grundlage seines künstlerischen Schaffens war eine meisterlich gehandhabte Radiertechnik. Mit ihr schuf Piranesi Ansichten antiker Stätten wie zeitgenössischer Stadtlandschaften. Sein radiertes Bildarchiv birgt zudem weiterhin Entwürfe für Innenräume und Mobiliar. Sie stehen gleichberechtigt neben fantastischen wie auch realen Architekturen oder der Wiedergabe von Fundstücken und archäologischen Entdeckungen.
 
Das mehr als tausend Radierungen umfassende Œuvre Piranesis lieferte nicht nur Vorlagen und Anregungen für Form und Dekor der klassizistischen Epoche, sondern für die angewandte Kunst bis ans Ende des 19. Jahrhunderts. Ein Beispiel für die Verwendung antiker Formen und Ornamentik in der Zeit des Klassizismus ist die hier aufgestellte Deckelvase. Diese ehemals in einem privaten Park südlich von Leipzig befindliche Nachschöpfung aus dem späten 18. Jahrhundert zeigt große formale Übereinstimmungen mit grafischen Blättern Piranesis.

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