GOTIK
Raum 3

Gerätschaften aus verschiedenen Lebensbereichen vermitteln einen Einblick in die Alltagskultur des späten Mittelalters. Küche und Tafel wurden von einfachen, zunächst unglasierten, später mit farbigen Glasuren überzogenen Tongefäßen beherrscht, der Irden- oder Hafnerware. Wesentlich härter und widerstandsfähiger war Geschirr aus Steinzeug, dessen Salzglasur sich beim Brand unlösbar mit dem Scherben verbindet. Neben einfachen Gebrauchsgläsern aus nicht entfärbter Glasmasse kommen im 15. und 16. Jahrhundert die mit dicken Warzen besetzten „Krautstrünke“ und Nuppenbecher in Mode. Anspruchsvollere Tafeln waren mit Trink- und Schenkgefäßen aus Zinn und Messing gedeckt.
Aus Messer, Gabel und Löffel bestehende Bestecke finden sich auf der mittelalterlichen Tafel noch nicht. Messer und Löffel waren persönlicher Besitz. Sie wurden, an Gürtel oder Hut befestigt, zu Gastmahlen mitgebracht und von Generation zu Generation vererbt. Auf dem Totenbett „gab man den Löffel ab“. Gabeln benutzte man höchstens für klebriges Konfekt oder zum Festhalten beim Tranchieren, jedoch nicht zum Essen.
Mobiliar hat sich aus dieser Zeit nur wenig erhalten. Massive eisenbeschlagene Truhen dienten als universelle Behältnisse für den Hausrat. Mit Kissen belegt, fanden sie gleichzeitig als Sitzmöbel Verwendung.

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