Renaissance
Nördlich der Alpen

Raum 9

Nördlich der Alpen setzte die Hinwendung zu den Idealen der klassischen Antike und die Ausbildung eines neuen, vom Mittelalter gelösten Weltbildes und Lebensgefühls erst gegen 1500 ein, rund 100 Jahre später als in Italien.

Die Anregungen aus der italienischen Kunst wurden hier eigenständig interpretiert und weiterentwickelt. Stilmerkmale der späten Gotik und der von der Antikenrezeption geprägten Renaissance stehen oft  gleichberechtigt nebeneinander oder durchdringen sich in ein und demselben Werk.

Das Kunsthandwerk stand nicht mehr in erster Linie im Dienst der Kirche, sondern wurde nun verstärkt auch von den Ansprüchen weltlicher Auftraggeber geprägt.

Der Adel tauschte sein unruhevolles Dasein auf kargen Burgen gegen einen weitaus komfortableren Lebensstil in den festen Wohnsitzen der Schlösser ein. Auch der wohlhabende Bürger war bestrebt, sein Wohnumfeld repräsentativ und mit Geschmack zu gestalten. Alle kunsthandwerklichen Bereiche gelangten zu einer bis dahin nicht erreichten Blüte.
 
Die Durchdringung von Kunst und Wissenschaft ermöglichte neue Technologien, trug zur Verbesserung der handwerklichen Qualität bei und eröffnete den Zugang zu anspruchsvollen Gestaltungsmöglichkeiten.

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