
Die Zusammenarbeit des Bauhauses mit der Leipziger Firma Kandem
Nach Entwürfen des Bauhauses wurden seit 1928 Lampen und Leuchten in der Leipziger Firma Körting & Mathiesen (Markenname "Kandem") gefertigt. Die Sonderausstellung widmet sich der von 1928 - 1933 währenden fruchtbaren Kooperation zwischen Bauhaus und "Kandem".
Die Ausstellung gibt erstmals einen Überblick über die unter Mitarbeit des Bauhauses entwickelten Leuchten, zeigt ihre Herleitung von früheren Kandem-Modellen sowie spätere Abwandlungen. Dabei steht die Darstellung lichttechnischer Kategorien von Kandem ebenso im Vordergrund wie der Bezug zum Wohnambiente jener Zeit. Neben den insgesamt etwa 300 Exponaten - Leuchten, historische Kataloge und Fotos - erwarten den Besucher drei Nachbauten von Wohnräumen: einen Raum aus der Bauhaus-Volkswohnung 1929, einen weiteren aus der Ledigenwohnung von Lilly Reich auf der Deutschen Bauausstellung Berlin 1931 und ein Zimmer im Stil der "gemäßigten" Moderne der 30er Jahre.
Zu den wichtigen Zielen des Bauhauses zählt die Auseinandersetzung und die Zusammenarbeit mit der Industrie. Schon seit 1922/23 verfolgte der Bauhaus-Gründer und damalige Direktor Walter Gropius diese Idee, deren Umsetzung nicht immer einfach war. Unter den realisierten Kooperationen nimmt jene mit der Leipziger lichttechnischen Fabrik Körting & Mathiesen eine herausragende Stellung ein.
"Kandem" zählte damals zu den führenden Unternehmen der Beleuchtungsbranche. Die Zusammenarbeit zwischen dem Bauhaus und der 1889 gegründeten Leipziger Firma bestand nicht schlechthin darin, in Dessau entwickelte Modelle in die Großserienproduktion zu überführen, vielmehr war die Kooperation geprägt durch ein stetes formales Weiterentwickeln vorhandener technischer Erfindungen der Firma. In diesem Prozess traten insbesonders Marianne Brandt, Hin Bredendieck und Heinrich Siegfried Bormann hervor. Deren Entwürfe zählen längst zu den Ikonen des modernen Lichtdesigns und fehlen heute in keiner Designgeschichte.
Etliche Bauhaus-Kandemleuchten wurden bis Anfang der 1940er Jahre vieltausendfach produziert, unterlagen jedoch späteren formalen und technischen Änderungen. Hervorragendes Beispiel dafür ist die berühmte Schreibtischleuchte von Marianne Brandt und Hin Bredendieck. Andere Modelle wie die auf eine Anregung des Formenmeisters Moholy-Nagy zurückgehende Doppelzylinderleuchte hatten eher exklusiven Anspruch und sind heute ausgesprochen selten.
Die Schau stützt sich auf zahlreiche Leihgaben insbesondere aus dem Bauhaus-Archiv Berlin, wo die Ausstellung im Frühjahr 2003 gezeigt worden ist.
Zur Ausstellung liegt das von der Arnoldschen Verlagsbuchhandlung Stuttgart herausgebrachte Katalogbuch "Bauhausleuchten? Kandemlicht!" zum Preis von 20,- € vor, das im Museumsshop erworben oder per e-mail bestellt werden kann.



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