29.11.2014 - 12.04.2015
Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig.

F. G. Hoffmann - Hoftischler und Unternehmer

Verwandlung in ihrer schönsten Form
Beitrag 24.03.2015 | 13:53 Uhr | von  Anett Lamprecht

Ein echter Verwandlungskünstler ist der Schreibsekretär aus feinstem Mahagoni- und Ahornfurnier von Friedrich Gottlob Hoffmann aus dem Jahr 1795. Von außen mit Ölmalerei auf Eisenblech und einem Wedgwoodmedaillon als Blickfang ausgestattet, offenbart er beim schrittweisen Öffnen ein überraschendes und bis ins letzte Detail durchdachtes Innenleben.

Dem Arbeiten im Sitzen dient die schräg zu stellende Schreibplatte mit grüner Filzauflage. Links und rechts der Schreibplatte befinden sich leicht aufschiebbare Fächer für Tinte, Feder und Streusand. Letzteren benötigte man zum Aufsaugen überschüssiger Tinte. Direkt unter der Schreibplatte befinden sich zwei große Fächer für Papier, mittig zwischen ihnen weitere sieben Fächer für Schreibgeräte.

Die aufklappbare Front oberhalb der Schreibplatte gibt ihre Geheimnisse nur peu á peu preis. Insgesamt neun Schubladen und sechs Brieffächer sind zunächst sichtbar. Doch hinter diesen Brieffächern verbergen sich weitere acht Geheimfächer für die offenbar wirklich geheim zu haltenden Dinge.

Doch damit noch nicht genug. Auch der Aufsatz im Dreiecksgiebel beherbergt einzelne Fächer für Papiere, Urkunden oder Verträge. Die aufklappbaren Türen im unteren Teil des Schreibsekretärs dienten auf Grund ihrer Größe offenbar weniger dem Lagern von Papier, sondern eher dem Aufbewahren von Haushalts- und Tischwäsche.

Mit knapp 40 Fächern gilt der Schreibsekretär geradezu als ein Meisterstück der Verwandlungsfähigkeit und der Tischlerkunst am Ende des 18. Jahrhunderts.


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