06.03.2015 - 31.05.2015
"... EIN UNGEHEURER APPETIT NACH FRÜHSTÜCK UND NACH LEBEN"

Tischkultur am Morgen

Morgenmuffel oder Frühaufsteher? An der ersten Mahlzeit des Tages scheiden sich die Geister. Manche freuen sich wie Joachim Ringelnatz mit einem ungeheuren Appetit auf eine reichhaltig gedeckte Tafel, anderen genügt eine hastig geschlürfte Tasse Kaffee. In der Sonderausstellung „...ein ungeheurer Appetit nach Frühstück und nach Leben“ wurden Facetten der Frühstückskultur verschiedener Epochen und Länder in den Mittelpunkt gerückt.
Barockes Porzellan traf auf die sachlich-funktionale Kaffeemaschine aus Jenaer Glas, der Brotkorb aus patellfarbener französische Fayence des 18. Jahrhunderts auf den modernen Toaster und farbenfroh bemalte Steingut-Gedecke der 1920er Jahre. Mit unseren sicher ändernden Essgewohnheiten verändert sich auch die Gestalt der dabei verwendeten Dinge. An rund 300 Exponaten aus dem Bestand des Museums wurden diese Wandlungen in der morgendlichen Tischkultur in einer chronologischen Schau ablesbar.

Typische Frühstücksgewohnheiten wie das kontinentale Frühstück, das Sektfrühstück oder das Katerfrühstück werden näher beleuchtet. Zu sehen sind exklusive Einzelstücke. So zeigte die Ausstellung ein in Gustavsberg (bei Stockholm) hergestelltes Kinderservice der Schwedin Wysse Feininger. Das 1932 entworfene Service "Gullebarn" ("Goldkind") mit den fröhlichen Tierzeichnungen ist bis heute nicht einmal im Besitz des Museums der Herstellerfirma.