Rokoko Chinoiserien
Raum 21

Diese auf Leinwand gemalte Tapete im chinoisen Stil stammt aus dem ehemaligen Rittergut Zehmen südlich von Leipzig, entstand aber wohl in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Bayern.
 
Um 1750 waren sogenannte chinesische Kabinette für den Adel beliebte Rückzugsorte vom strengen Hofzeremoniell. Auch unsere Tapete wird die Wände eines solchen Zimmers geschmückt haben. Obwohl der Maler nicht bekannt ist, lässt sich vermuten, dass er dem Umkreis des bayerischen Hofkünstlers François de Cuvilliés d. Ä. entstammt. Da dieser nicht ausschließlich für den Münchner Hof arbeitete, ist es denkbar, dass die Tapete für das Schloss eines bayerischen Adeligen geschaffen wurde.

Berichte von Reisenden sowie die aus dem Reich der Mitte eingeführten Luxusgüter vermittelten in Europa den Eindruck, China sei ein irdisches Paradies. Gern umgab man sich mit Objekten aus diesem fernen Land. Doch häufig mussten Nachahmungen die teuren Originale ersetzen. Anregungen für diese vor allem durch Vorlagenblätter verbreiteten Chinoiserien boten insbesondere Illustrationen in Reiseberichten.
Einzelne prägnante Figurentypen, wie die eines von einem Diener mit Sonnenschirm begleiteten Herrn, wurden von zahlreichen Entwerfern eingesetzt. Eine solche Gruppe ist auch auf dieser Wandbespannung zu entdecken.

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