Rokoko
Raum 22

Nach dem Tod Ludwig XIV., 1715, entfloh der französische Adel dem strengen Hofzeremoniell und frönte auf seinen Landschlössern einem ungezwungeneren Lebensstil. Man vertrieb sich die Zeit mit ländlichen Vergnügungen und galanten Tändeleien. Die figürlichen Porzel­langruppen sind beredter Ausdruck des Lebensgefühls dieser Epoche.

Das zentrale Ornament des Rokoko ist die Rocaille. Als Muschel, bizarre Fels- oder Grottenformation oder auch als Federwedel ausgeformt, fand sie Eingang in nahezu alle Bereiche der Gestaltung. Auch der Fächer, eines der wichtigsten Accessoires, das man besonders mit der Zeit des Rokoko verbindet, wurde mit Rocaillen verziert.
 
Kostbare Materialien wie Elfenbein, Schildpatt und Perlmutt machten ihn zu einem Luxusgegenstand. Die delikaten und oft beziehungs­rei­chen Malereien waren Kennzeichen für den Wohlstand, vor allem aber für Bildung und Esprit der Trägerin.

Die Leipziger Messen waren ein Hauptabsatzort für die im 18. Jahrhundert beliebten Galanteriewaren, zu denen auch Tabatieren sowie Dosen aller Art, Nadelbüchsen, Handarbeits-Schiffchen, Flakons, Stockknäufe und vieles mehr zählten.

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