21.11.2003 - 29.2.2004

gebrauchs gut

"Gebrauchs gut – Ostdeutsches Design mit Tradition" zeigt rund 500 bekannte und weniger bekannte ostdeutsche Produkte der Alltagskultur vom Ende der 1940er Jahre bis zur Gegenwart. Im Mittelpunkt der Schau stehen traditionsreiche Firmen, die damals wie heute durch gute Produktgestaltung überzeugen. Die Ausstellung verschafft einen sachlichen Blick auf Geschichte und Gegenwart ostdeutschen Industriedesigns und beleuchtet wirtschafts- und kulturpolitische Hintergründe dieser Produktkultur aus mehr als fünf Jahrzehnten.

Erfolgreiches und selbstbewusstes Design aus der ostdeutschen, insbesondere der mittel-deutschen Region kann häufig auf eine lange und nachhaltige Produktkultur zurückblicken. Traditionsmarken wie Jenaer Glas, Glashütte- Uhren und die Deutschen Werkstätten in Hellerau spiegeln die Tradition, Vielfalt und das hohe Qualitätsniveau dieser (kultur)reichen Industrieregion wider. Neben "Gebrauchsgütern" dieser weltweit bekannten Unternehmen zeigt die Schau erfolgreiche Produkte kleinerer Firmen. Dabei stehen jene Produkte im Mittelpunkt, deren Form und Funktion einem gestalterischen Prozess unterlagen und die sich dadurch vom beliebigen Alltagsprodukt unterscheiden. Auch in der DDR war gute Gestaltung wichtiger Bestandteil wirtschaftlicher Überlegungen, wenngleich die Ergebnisse des Öfteren durch Rohstoffmangel und politische Einflussnahme verfälscht wurden.

"Gebrauchs gut – Ostdeutsches Design mit Tradition" widmet sich acht Themenbereichen:
Im "wohn traum" stehen unter anderem Möbel der Deutschen Werkstätten Hellerau, für Beleuchtung sorgen Pendelleuchten, die von der Firma Hallesche Metalldrücker und Leuchten GmbH hergestellt wurden. Bei "schreib lust" erwarten den Besucher beispielsweise Möbel und Accessoires für den Büro- und Bildungsbereich, bei "zeit blick" neben Foto- und Amateurfilmtechnik auch Uhren aus Ruhla und Glashütte oder feinoptische Geräte aus Rathenow. Technische Haushaltsgeräte von der 1948 entworfenen elektrischen Koffernähmaschine "Freia" bis hin zu den heute noch produzierten Altenburger "Omega"-Staubsaugern zeigt die Themeninsel "heim kehr". Radiogeräte der Firmen Stern-Radio Berlin und Heli-Radio in Limbach-Oberfrohna beherrschen die Insel "hör & sicht bar", Spielzeugklassiker aus Sachsen und Thüringen sowie neue Spielmittel für behinderte und nicht behinderte Kinder sind bei "spiel spaß" zu sehen und zum Teil auszuprobieren. Im Bereich "fahr zeug" werden Zweiräder, Zubehör für Kraftfahrzeug und Camping sowie Wintersportgerät präsentiert. Neben dem in großer Stückzahl produzierten "Diamant" - Fahrrad aus Hartmannsdorf bei Chemnitz parken der ab 1959 ausgelieferte legendäre Ludwigsfelder Motorroller "Berlin" und das von der Suhler Firma Simson ab Ende der 1950er Jahre hergestellte Kleinkraftrad SR2. Erstmals im Rahmen einer Designausstellung wird auch die neueste MZ 1000 S aus Zschopau vorgestellt.

Der Erfolg einer Reihe traditionsreicher Unternehmen lässt sich auch darauf zurückführen, dass in der ostdeutschen Region renommierte Hochschulen den Gestalter-Nachwuchs auf hohem Niveau ausbildeten und weiter ausbilden. Diesen Zusammenhang verdeutlicht ein kleinerer Ausstellungsteil, in dem sich solche ostdeutsche Hochschulen sowohl medial als auch mit realen Objekten präsentieren.

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