Barock Kunstkammerstücke
Raum 17

In diesem Raum vereinigen sich barocke Kunstkammerstücke zu einem funkelnden Schatz. Einige entstammen dem Leipziger Kunst- und Raritätenkabinett. 1677 nach dem Vorbild fürstlicher Kunstkammern zusammen mit der Ratsbibliothek eingerichtet, öffnete es 1711 seine Tore zum ersten Mal für die Bürgerschaft.

Die Kunst- und Wunderkammern bildeten die Urformen der modernen Museen.
Man verstand diese frühen „Museä“ als Spiegel der erkennbaren Welt, deren Geheimnisse es zu entschlüsseln galt. Es wurde nicht nur gesammelt, um zu besitzen, sondern vor allem, um zu verstehen. Kein Bereich des Merk- und Bewunderungswürdigen aus Natur, Kunst und Technik wurde ausgespart.

Eine Spezialisierung nach Sach- und Fachgebieten war den damaligen Sammlern fremd. Als besonders sammelwürdig galten vor allem jene Erzeugnisse, in denen sich künstlerische und technische Perfektion in Kombination mit nicht alltäglichen Materialien vereinen.

Mit den meisten dieser virtuos verarbeiteten Materialien verband sich eine tiefere Symbolik: der Glaube an die Wirkung naturgesetzlich unerklärter Kräfte.
Als erotische Stimulatoren, zur Abwehr von Naturkatastrophen, als Gegengift oder in der Heilkunde eingesetzt, wurden sie oft mit schwerem Gold aufgewogen.

⇐ zurück zu Raum 16
⇒ weiter zu Raum 18
     zum Überblick