5.7. - 1.10.2000

Paris - ein Fest fürs Leben

Paris - ein Fest fürs Leben. Erwerbungen auf der Weltausstellung 1900

Mit den Erwerbungen auf der Pariser Weltausstellung wurde 1900 mit über hundert Exponaten der entscheidende Grundstock für die Jugendstil-Sammlung des Leipziger Museums gelegt. Im EXPO-Jahr 2000 präsentieren wir in einer Foyer-Ausstellung die vor einem Jahrhundert für unser Museum ausgewählten Stücke erstmalig seit ihrer Erwerbung wieder als geschlossenen Komplex.

Die Fülle und Vielfalt der auf der "Exposition universelle" 1900 in aufwendigen Ausstellungsbauten und -inszenierungen präsentierten Erzeugnisse bot die einzigartige Gelegenheit, nicht nur aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft und Technik studieren zu können, sondern auch die neuesten Schöpfungen des Kunsthandwerks und der Kunstindustrie der teilnehmenden Länder zu begutachten. Im Geist des Jugendstils gestaltete Objekte - Mobiliar, Schmuckarbeiten, Porzellane, Gläser, Textilien - bestimmten wesentlich das sich in Paris darbietende Bild.

Der Direktor des Leipziger Kunstgewerbemuseums, Dr. Richard Graul, gehörte zu den aufmerksamsten Besuchern der Pariser Ausstellung. Mit seiner Tätigkeit als Mitglied der Internationalen Jury waren mehrmalige längere Aufenthalte in der Seinestadt verbunden, auch seine Hochzeitsreise führte das Ehepaar Graul im Sommer 1900 nach Paris - günstige Umstände für das Ziel, vorbildhaftes Kunstgewerbe hoher Qualität für die Leipziger Sammlung anzukaufen. Obwohl dem Leipziger Museum nur ein schmales Finanzbudget zur Verfügung stand, gelang es Richard Graul über 120 Einzelstücke zu erwerben, die durch ihre vorzügliche Gestaltung und Ausführung noch heute charakteristisch für die modernen Tendenzen des Kunstgewerbes um 1900 stehen.

Zu den Höhepunkten der Sammlung gehört ein großer goldemaillierter Brustschmuck des Pariser Goldschmiedes René Lalique, dessen außergewöhnliche Kreationen auf der Pariser Ausstellung größte Aufmerksamkeit erregten. Die Erwerbungen reichten von irisierenden Favrile-Gläsern des Amerikaners Louis C. Tiffany über unikate, delikat bemalte Porzellane aus der Königlichen Porzellanmanufaktur Kopenhagen, bis zu den noblen Arbeiten der Pariser Goldschmiede Ernest Cardeilhac und Lucien Gaillard und Meisterwerken der Glasurkunst französischer Art-Nouveau-Keramiker wie Ernest Chaplet, Auguste Delaherche und Pierre-Adrien Dalpayrat. Aus der Ausstattung des Pavillons "L´Art Nouveau" von S. Bing erwarb Graul u.a. eine Kollektion von Stoffen nach Entwürfen von Georges de Feure, Eugène Gaillard und Edward Colonna.

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