Neuerwerbungen 2013

Trotz fehlender regulärer Ankaufsmittel erfreut sich unser Museum in den letzten Jahren durchweg hoher Zuwachsraten für die Sammlungen. Schwerpunkte liegen dabei in den Bereichen der zeitgenössischen Studiokeramik und des Designs.
Außerdem konnten mit der Stiftung von herausragenden Stücken durch Einzelpersonen, Stiftungen oder den Freundeskreis des Museums wichtige Akzente, auch in den Ständigen Ausstellungen, gesetzt werden.

Diese Tendenz setzte sich auch 2013 fort. Die Sammlungen wuchsen in diesem Jahr um insgesamt 600 Positionen, deren überwiegender Teil Schenkungen und Spenden waren.

An erster Stelle stehen die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung und die Landesstelle für Museumswesen des Freistaates Sachsen, die zu den langjährigen Förderern des Museums gehören. Mit ihrer Hilfe konnten erneut hochkarätige Objekte für die Dauerausstellungen erworben werden.

Mit der großzügigen Unterstützung dieser drei Institutionen gelang es 2013, ein bedeutendes Gemälde von Paul Vredeman de Vries, „Palastarchitektur mit höfischer Gesellschaft und Vorbereitung zu einem Mahl“ von 1607, anzukaufen. Das Bild befand sich seit der Eröffnung des Museums als zeitlich befristete Leihgabe in der Ständigen Ausstellung „Antike bis Historismus“. Dort hat es im engen Kontext mit thematisch verwandten Objekten eine Schlüsselfunktion bei der Vermittlung der Epoche der Renaissance und ihrer Errungenschaften.

Die Ernst von Siemens Kunststiftung konnte außerdem für die Finanzierung von vier Meisterwerken aus dem Barock gewonnen werden, die sie unserem Museum als unbefristete Leihgaben zur Verfügung stellt. Zwei reich verzierte Becher und ein Kugelfußbecher der Leipziger Meister Peter Tripto(w) (vor 1695), Gottfried Ottenklinger (1683-86) und Joachim Krumpholz (1693) bereichern nun unsere bedeutende Sammlung von Leipziger Goldschmiedearbeiten aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Eine außergewöhnliche Dose aus sächsischem Serpentinstein, die von einem vergoldetem Silberdeckel bekrönt wird, stammt von Abraham III Drentwett (1717/18), einem der führenden Augsburger Goldschmiede des frühen 18. Jahrhunderts.

Auch für die Zeit des 20. Jahrhunderts konnte die Sammlung der Gold- und Silberschmiedearbeiten durch ein bedeutendes Service des Leipziger Juweliers und Silberschmieds Willi Stoll erweitert werden. Die Doris-Günther-Stiftung ermöglichte den Erwerb der Vase „Objet mélancolique Nr. 6“, die von Frédéric Dedelley 2011 in Zürich entworfen wurde.

Auf dem Gebiet des Eisenkunstgusses konnte die Skulptur des berühmten Herkules Farnese für die Abteilung des Klassizismus in der Ständigen Ausstellung erworben werden. Sie wurde nach 1800 in der Kunstgießerei Lauchhammer hergestellt, die in dieser Zeit zu den besten Gießereien in Deutschland gehörte.

Die im November eröffnete Ausstellung „GEFÄSS / SKULPTUR 2. Deutsche und internationale Keramik seit 1946“ war Anlass für eine Reihe dem Haus seit Jahren verbundener Keramiker und Sammler erneut zur Erweiterung und Schärfung der Sammlung von zeitgenössischer Studiokeramik beizutragen. Stellvertretend für die vielen anderen seien hier die Ehepaare Gertraude und Klaus Bruch, Dres. Anneliese und Wulf Crueger, Dres. Sybille und Rainer Kluge, Ingeborg und Dr. Günther Lailach, Christa und Ulrich Philippi, und Annegret und Gert Schütte sowie die Künstler Werner Bünk und Ralf Busz erwähnt.

Auch im Bereich Design kamen viele wichtige Objekte als Schenkung ins Haus. Darunter waren u.a. technische Geräte, Unterhaltungselektronik sowie Glas- und Keramikgefäße namhafter Designer. Der Dank des Museums gilt hier besonders dem Ehepaar Inge und Wilfried Funke, das bereits seit mehreren Jahren dem Museum immer wieder Teile seiner Designsammlung übereignet. Mit Unterstützung von Angelika und Beate Morjan konnten mehrere Glasgefäße erworben werden, die nach dem Entwurf von Wilhelm Wagenfeld von dem Jenaer Glaswerk Schott & Gen. und der Vereinigten Lausitzer Glaswerke AG hergestellt wurden.

Die Grassimesse reflektiert in jedem Jahr aktuelle Tendenzen in Kunsthandwerk und Design. Das Museum ist deshalb bemüht, signifikante Objekte für die Sammlungen zu sichern. So konnten auch in diesem Jahr mit tatkräftiger finanzieller Hilfe des Freundeskreises nicht nur Arbeiten der vier Grassipreisträger Young-I Kim (Metallgestalterin), Martin Schlotz (Keramiker), Silke Trekel (Schmuckdesignerin) und Kati Jünger (Keramikerin), sondern auch eine Reihe Stücke anderer Aussteller, wie etwa Silke Trekel, David Kaiser und Sonngard Marcks, aus den Bereichen Schmuck, Metall und Keramik erworben werden.

Der große Erfolg der Sonderausstellung „STARKER AUFTRITT. Experimentelles Schuhdesign“ war Anlass für viele der dort vertretenen Designer dem Museum die ausgestellten Schuhe zu schenken. Eines der geschenkten Objekte ist die Schuhplastik „Für Al Bundy“ des Leipziger KünstlersHarald Bauer, der im Juli 2013 - noch während die Ausstellung lief - verstarb.

Im Bereich Textil gab es mehrere interessante Schenkungen. Großen Zuwachs erhielt der Bereich Mode. Daneben gelangten zwei leinene, sogenannte Gebilddamaste des 17. Jahrhundert in die Sammlungen. Das eine ist durch die in den Ecken eingewebte Jahreszahl 1679 datiert und zeigt als Motiv die Vertreibung Adam und Evas aus dem Paradies. Beide Damaste stammen aus sächsischen Werkstätten. Eine wichtige Bereicherung für die Abteilung der modernen Tapisserien ist der Halbgobelin „Der Vogelbaum“ von Wanda Bibrowicz. Die zuletzt in Dresden ansässige Bildweberin hatte ihn 1941 für die Krausswerke in Schwarzenberg entworfen und angefertigt. Nun übergaben die Erben von F. E. Krauss das Stück dem Museum als Schenkung.

Teile eines Herrenzimmers des Malers, Grafikers, Bildhauers und Innenarchitekten Fritz Schmoll gen. Eisenwerth kamen als Vermächtnis seines Neffen, des Kunsthistorikers Prof. J. Adolf Schmoll gen. Eisenwerth, in die Sammlungen. Ausgeführt wurden die Möbel 1908 in den Lehr- und Versuchsateliers für angewandte und freie Kunst (Debschitz-Schule) in München.

Außerdem erhielt das Museum 2013 wichtige Zuwendungen von Förderern und Freunden, die schon seit Jahren zu den Unterstützern des Museums gehören. Als Beispiele seien genannt Jens Müller, Dr. Peter Gutjahr-Löser, der seine umfangreiche Schenkung von Schnupftabak-Gläsern von 2007 um weitere 75 Gläser erweiterte. Aus der Sammlung Rüdiger Kroll gelangte ein großes Konvolut Stoffmusterentwürfe von Rolf und Lisa Wiederin die Graphische Sammlung und Rico Hofsaess schenkte dem Museum eine Blumensäule aus Serpentinstein, die nach einem Entwurf Albinmüllers um 1906 entstand.

Hugo Ströh, Kiel, schenkte dem Museum eine Sammlung vorwiegend dänischen Silbergeräts des 20. Jahrhunderts, die ab Juli 2014 in der Ausstellung „Edles Schimmern“ zu sehen sein wird. Auch eine Kollektion exzellenter Keramiken des Art Deco, die von der Kieler Kunstkeramik hergestellt wurden, übergab er 2013 dem Museum.