Franz Dominic Grassi

Franz Dominic Grassi bleibt zeitlebens Junggeselle und hinterlässt der Stadt per Testament ein Vermögen von 2,327 Millionen Mark - eine enorm hohe Summe, obwohl er einen beträchtlichen Teil seines Vermächtnisses entfernten Verwandten, Patenkindern und Dienstboten hinterlässt.

Franz Dominic Grassi liegt auf dem Alten Johannisfriedhof zu Leipzig begraben. Von dem der Stadt vererbten Vermögen wurden zahlreiche Bauvorhaben, Parkanlagen und Denkmäler gefördert und realisiert. Beispiele dafür sind das Neue Gewandhaus (zerstört), die Erweiterung des städtischen (Kunst-) Museums am Augustusplatz (zerstört), der Bau des Mende-Brunnens, verschiedene Anlagen im Rosental und vor allem der Bau des „alten“ Grassimuseums, heute Sitz der Leipziger Stadtbibliothek.

Das „neue“ Grassimuseum am Johannisplatz trägt seinen Namen zu Recht, denn der Verkaufserlös des „alten“ Grassimuseums floss in die Errichtung des „neuen“ Grassimuseums. Grassi war Theaterliebhaber, passionierter Reiter, Förderer des Leipziger Reitklubs und galt nicht nur als geachteter Bürger, sondern durchaus auch als Leipziger Original. Er war geschäftlich geschickt und konnte durch seine sparsame, jedoch keineswegs geizige Lebensführung vielen Leipzigern Unterstützung anbieten. Dies geschah sowohl durch Darlehen als auch durch spontane Hilfeleistung in Notsituationen. Im etwas derben Leipziger Volksmund hieß Grassi wegen seiner Angewohnheit, auf einem Zahnstocher zu kauen, auch „der Holznutscher“.

Quellen: Leipziger Beobachter 50 (1935) 2,S. 721 ff.
Der Leipziger (1919), S.542 u.a. Materialien in Buchbestand und Dokumentation der Bibliothek