Die Sammlungen wachsen!
Trotz fehlender regulärer Ankaufsmittel erfreut sich unser Museum in den letzten Jahren durchweg hoher Zuwachsraten für die Sammlungen. Dabei liegen die Schwerpunkte in den Bereichen der zeitgenössischen Studiokeramik und des Designs. So verteilen sich die fast 2100 Positionen der Neuzugänge des Jahres 2010 nahezu hälftig auf diese beiden Bereiche. Besonders hervorzuheben sind die großen Konvolute aus den Schenkungen Wolf, Neumann-Ogando, Schütte, Cichos, Czichon, Mehlhorn und Kroll.
Mit der Stiftung von herausragenden Stücken durch Einzelpersonen, Stiftungen oder den Freundeskreis des Museums konnten wichtige Akzente gesetzt werden. Erwähnt seien ein früher eiserner Schaukelstuhl (England, 1840er Jahre, Dauerleihgabe der Ernst von Siemens Kunststiftung), eine Jugendstilbank aus Bugholz der Fa. Kohn (Kulturstiftung der Länder), ein großer Bildteppich von Johanna Schütz-Wolff und eine Reihe auf der Grassimesse erworbener Objekte.
Die grafische Sammlung gewann u. a. ein wichtiges Konvolut an frühen französischen und deutschen Lithografien hinzu (Sammlung Kroll).
Diese Tendenz setzt sich 2011 fort. Mit rund 800 Positionen steht hier zuerst die Sammlung Rennhard (Schenkung Steffan/Schwabl), die primär iranische Kunst umfasst.
Die Studiokeramik profitierte besonders von den Schenkungen Hopp, Hofmann, Czichon und Binroth und erfährt derzeit durch zwei niederländische Stiftungen – einerseits von dem Künstler-Ehepaar Johnny Rolf und Jan de Rooden/ Amsterdam, andererseits aus einer bedeutenden Privatsammlung – wertvollste internationale Ergänzungen.
Der Galerist Peter Hagenah schenkte nicht nur Keramiken, sondern darüber hinaus sein gesamtes Archiv, welches nun in Leipzig für die Forschung zur Verfügung stehen wird.
Wiederum profilieren Einzelerwerbungen aus Spendenmitteln und Einzelschenkungen das Bild der Dauerausstellungen nachhaltig, so u. a. eine Automaten-Uhr des 17. Jh. (Schenkung Lympius), Besteckteile von Wenzel Hablick (Schenkung Silzer) oder eine Savoy-Vase von Alvar Aalto (Freundeskreis).
Bedeutende Schenkung 2012
Sammlung Petra Verberne
Zeitgenössische Studiokeramik für das Museum
Die niederländische Sammlerin Petra Verberne übergab Anfang März 2012 dem Museum eine großzügige Schenkung. 160 Positionen internationaler Studiokeramik von führenden Künstlern aus Frankreich, Großbritannien, Tschechien, Polen, Belgien, Österreich, Japan, Norwegen, Australien, Dänemark, Deutschland und Luxemburg durfte sich das Museum auswählen. Der Wert der von Petra Verberne in den letzten 15 Jahren zusammengetragenen Schenkungsstücke beläuft sich auf über 232.000 Euro.
Die Sammlerin hatte bereits das Rotterdamer Boijmans van Beuningen Museum mit einer ähnlichen Schenkung unterstützt. Sie sammelte bewusst in der Absicht, ihre Kollektion später der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ihre Entscheidung für Leipzig wurde u. a. durch die Keramik-Ausstellung „Gefäß/Skulptur“ initiiert, die das Museum 2008/09 zeigte.
Von der Schenkung sind einige Stücke in der neuen Ständigen Ausstellung „Jugendstil bis Gegenwart“ und in der Sonderausstellung „Angewandte Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts“ zu sehen.
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