Raum 27
27	Klassizismus: Antikenrezeption Raum 27 alte Komode Schrank mit ausstellungsstücken Grassimuseum Leipzig

Klassizismus

Antikenrezeption

Das Zeitalter der Aufklärung hatte mit seiner Kritik an Absolutismus und bevormundender Religion und der Hinwendung zum individuell freien Denken und Handeln die gesellschaftspolitischen Voraussetzungen für eine Wiederentdeckung antiker Ideale geschaffen.

Die Ausgrabungen in Herculaneum und Pompeji trugen ihrerseits dazu bei, die Begeisterung weiter zu schüren. Doch ist ihnen weniger ein wissenschaftlicher Charakter eigen, vielmehr trugen sie zur exklusiven Bildung der Oberschicht bei. Ein Besuch dieser antiken Stätten gehörte oft zum Pflichtprogramm einer Grand Tour. Mitgebrachte, aber auch nachempfundene Antiken sollten die Erinnerung an die Reiseerlebnisse wach halten.

Die englische, später auch deutsche Kunsthandwerksproduktion stellte sich auf diese neue Nachfrage ein und fertigte kopierende oder die Vorbilder frei variierende Objekte. Deren oft hohe Qualität und im Vergleich zu echten Antiken günstigeren Preise förderten den Absatz. Die antiken Vorlagen verbreitete man in aufwändig illustrierten Katalogwerken, wie etwa den von Hamilton und
d’ Hancarville herausgegebenen „Antiquités“.

Deckeldose und Kännchen
Deckelvase mit Medusenhäuptern
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