Raum 29
29	Biedermeier Raum 29 Glasvitrinen Bild im Hintergrund Ausstellungsraum Grassimuseum Leipzig

Biedermeier

Unter dem Druck der restaurativen Herrschaftsverhältnisse nach dem
Wiener Kongress 1815 vollzog sich ein verstärkter Rückzug ins Private. Die Familie wurde zum Mittelpunkt des Lebens, in der die Kinder, bisher als kleine Erwachsene behandelt, nun als eigenständige Wesen respektiert wurden. Es entwickelte sich ein ausgeprägter Freundschaftskult. Geselligkeit und Hausmusik waren wichtige Bestandteile des Lebens.

Gleichzeitig liegt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Beginn der industriellen Revolution. Neue Materialien, wie das Hyalithglas oder die Anilinfarben, wurden entwickelt. Technische Erfindungen veränderten das Leben nachhaltig. Durch die 1837 von Louis Jacques Mandé Daguerre entwickelte Daguerreotypie, der Auftakt der Fotografie, wurden Porträts für viele Menschen erschwinglich.

Seit 1835 verkehrte in Deutschland die Eisenbahn. Rasch entstand eine blühende Andenken-Industrie. Tassen, Gläser oder Pfeifen mit den Ansichten der Ausflugsorte wurden als Souvenirs zusammen mit anderen Erinnerungsstücken in den Wohnräumen stolz zur Schau gestellt.

Walzenkrug Friedrich Egermann
Becher mit Ansicht des Grimmaischen Tors in Leipzig
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