
1874
Am 25. Oktober 1874 wurde das Leipziger Kunstgewerbemuseum in der ersten Etage des Alten Amtshauses (Ecke Thomas-kirchhof/ Klostergasse) eröffnet. Zwei Jahrzehnte war dies das Domizil der sich rasch entwickelnden Sammlung.

1892
1892 bis 1895 wurde ein Neubau am Königsplatz (Wilhelm-Leuschner-Platz, heute Stadtbibliothek) nach Plänen des Stadtbaurats Hugo Licht errichtet, der dem Kunstgewerbe- wie dem Völkerkundemuseum würdigen Raum geben sollte. Die Mittel stammten aus dem der Stadt vermachten Millionenerbe des Kaufmanns Franz Dominic Grassi (1801-1880).

1896
Prof. Dr. Richard Graul (1862 – 1944) leitete das Kunstgewerbemuseum von 1896 bis 1929. Seine vielseitigen Aktivitäten prägten das Museum und die Sammlungsstruktur grundlegend und nachhaltig.

1925
Zwischen 1925 und 1929 wurde das Neue Grassimuseum nach Plänen der Architekten Zweck und Voigt unter der Oberbauleitung von Stadtbaurat Hubert Ritter hinter der Johanniskirche errichtet.
Mehr als 27 000 qm Nutzfläche standen nunmehr für Kunstgewerbe-, Völkerkunde-, Länderkunde- und Musikinstrumentenmuseum zur Verfügung.
Rund ein Drittel wurde vom Kunstgewerbemuseum genutzt.
Bereits ab 1926 konnten schrittweise fertiggestellte Flügel des Hauses genutzt werden.

1927
Die seit 1920 ausgerichteten Grassimessen waren seit 1926 im Flügel an der Hospitalstraße (heute Prager Straße) zu Hause. Hier ging die Elite der Kunsthandwerker und Gestalter ein und aus.
Die großangelegte Schau „Europäisches Kunstgewerbe 1927“ machte das Neue Grassimuseum schlagartig europaweit bekannt.

1945
Im zweiten Weltkrieg hatte das Museum schwere Bombenschäden zu erleiden. Die Sammlungen konnten durch Auslagerung größtenteils bewahrt werden.

1945
Im Krieg erlittene Gebäudeschäden wurden nur notdürftig behoben. Wesentliche Teile des Gebäudekomplexes wurden nach dem Krieg an eine Reihe von Fremdnutzern vermietet.

1952
Von den ehemals 29 Ausstellungsräumen konnten seit 1952 nur fünf für die Dauerausstellung genutzt werden. Auf 650 qm zeigte das Museum europäisches Kunsthandwerk, in den Foyers des Gebäudes Sonderausstellungen. Trotz des zunehmenden Gebäudeverfalls und die Sammlungen gefährdende Bedingungen baute das Museum seinen Wirkungskreis aus und wurde wieder zum Sammelpunkt modernen Kunsthandwerks.

1956
Die Entwicklung des Museums seit 1945 beweist dennoch, dass dieses Museum wie kaum ein anderes unter der Teilung Deutschlands litt. Es verlor seine weitreichenden organisch gewachsenen Verbindungen, seine Messeaussteller und sein internationales Publikum. 1956 wurde die Grassimesse unter der Regie des Museums eingestellt.

1981
Auf Grund einer Heizungshavarie musste die bisher gezeigte kleine Dauerausstellung schließen.

1994
Ab 7. Oktober 1994 konnte nach zwölfjähriger Unterbrechung auf bescheidener Fläche in fünf erneuerten Räumen europäisches Kunsthandwerk vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert ständig präsentiert werden. Jedoch lagerten 99% der Bestände noch immer in den Depots.
Für ein lebendiges Museum sorgt ein attraktives Sonderausstellungs- und Veranstaltungsprogramm.

2001
Der gesamte Grassikomplex wird bis 2006 rekonstruiert. Das Museum für Kunsthandwerk hat das Gebäude für diesen Zeitraum verlassen und zog im 1. Quartal 2001 in das Interim am Neumarkt 20 in der Leipziger Innenstadt.
Das Ausstellungsprogramm im Interimsgebäude startete im Oktober 2001 mit der Grassimesse. Bis Februar 2005 konnten hier 18 Sonderausstellungen ausgerichtet werden.

2005
Umbenennung des Museums für Kunsthandwerk in Museum für Angewandte Kunst

2007
Wiedereröffnung des Museums nach seiner umfassenden Sanierung und Modernisierung.
Eröffnung des ersten, 30 Räume umfassenden Ausstellungsrundgangs „Antike bis Historismus“ der neu konzipierten Ständigen Ausstellung. Auf rund 2000 qm lädt das Museum ein zu einer Reise durch 2500 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte.

2008
Beginn des Sonderausstellungsprogramms

2010
Eröffnung des zweiten Ausstellungsrundgangs „Asiatische Kunst. Impulse für Europa"

2010
Die Pfeilerhalle ist vollständig rekonstruiert.

Dezember 2011
Die vom Bauhaus-Künstler Josef Albers entworfenen
legendären Treppenhausfenster sind rekonstruiert
und werden an die Öffentlichkeit übergeben.

März 2012
Eröffnung des dritten und letzten Ausstellungsrundgangs „Jugendstil bis Gegenwart“
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